Die Sauna
Tut Beni
Neuheiten
LP
Mit ihrem kommenden Album „Tut Beni“ wendet sich Die Sauna dem Licht der
aufgehenden Sonne zu. Und bricht auf zu neuen Ufern: „Es gibt einen
neuen Strand, an dem sich jeder sonnen mag“, heißt es in dem Opener, der
einen im hypnotischen Rhythmus in die Arme nimmt. Noch wirkt der
monotone, entrückte Gesang unterkühlt. Doch das ändert sich schnell: Der
düstere New Wave-Sound, der auf Bands wie DAF oder Joy Division
verweist, bricht auf und macht Platz für einen spürbar wärmeren Klang.
Mit dem Refrain „Ich liebe dich und du liebst mich auch“ wähnt man sich
fast im Schlagerhimmel. Das klingt verteufelt nach Champagnerlaune, doch
wie immer bei Die Sauna werden Eindeutigkeiten nur angetäuscht.
So lösen sich – wie bereits auf dem Vorgängeralbum „In die Nacht hinein“
angelegt – Songstrukturen immer weiter auf. Übrig bleiben
atmosphärische Skizzen, die auch ohne Text („Geist“) ihre psychedelische
Wirkung entfalten. Zur Albummitte greift das Interlude „Am Meer“ die
Metaphorik des Anfangs auf und vertont die Monotonie der Südsee mit
einem beschwipsten Drehorgelsound. Ein kleiner Soundtrack für das sanfte
Wegdämmern am Strand.
Als Schlüsselstück erweist sich das um ein Gitarrenloop kreisende „Skit“. In dem türkischen Sprechgesang versteckt
sich auch der Albumtitel. „Tut Beni“ bedeutet übersetzt „Halte mich“
und verweist auf Motive, die beim dritten Werk der Band ans Tageslicht
drängen: Liebe, Sorge, Trost. Diese Gefühle werden nicht nur textlich
zugelassen. Warme Luft wird auch durch ein Klangbild verströmt, das im
letzten Drittel des Albums eine besondere Note erfährt. Mit der Trompete
tritt Ruhe ein. Bis man plötzlich mit einem Meer an Emotionen
konfrontiert und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.
„Tut Beni“ ist ein perfekter Reisebegleiter für die Dämmerung, wenn man
voller Gedanken in den Himmel schaut und zwischen den Wolken die Sonne
aufblitzen sieht. Ein Album, das gleichzeitig nahbar und geheimnisvoll
wirkt. Und das einen festhält, wenn alles andere im Fluss ist.